2005

Lecture-Recitals

Die Lecture-Recitals von Stefan Litwin haben längst, man kann es nicht anders sagen, Kultstatus erreicht.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2005

2001

Als säße Beethoven selbst am Klavier

Eine Offenbarung: Stefan Litwin im Schauspielhaus

Gerade das Besondere des Abends wirft ein trübes Licht auf den Konzertalltag: Beethovens erstes Klavierkonzert, diesmal nicht von einem Pianisten, sondern von einem Musiker gespielt.

Stefan Litwin heißt er und macht bei seinem Auftritt mit dem Berliner Sinfonie-Orchester und Michael Gielen so gut wie alles anders als die aberhundert Klavierarbeiter, deren Beethoven-Darbietungen sich meist so gleichen wie ein Frack dem anderen. [..]

Sein Beethovenspiel ist eine Offenbarung, die den Vergleich mit Rattles "Pastorale" vergangener Woche nicht zu scheuen braucht: Deren Hauptmerkmale, die Auseinandersetzung mit historischer Aufführungspraxis und die Verschmelzung einer durchkalkulierten künstlerischen Aussage mit der (Schein-)Spontaneität des Moments, bestimmen auch Litwins Spiel: Staccato-Spiel, Klangtransparenz und Registergewichtung mit einem knackigen, rhythmisch lebendigen Bass leiten sich direkt vom Hammerflügel der Beethoven-Zeit her und werden von Litwin mit prächtig schillerndem Steinway-Ton koloriert.

Fast denkt man, Beethoven säße selbst am Klavier, so frisch und fast improvisatorisch frei klingt Litwins Spiel.

Jörg Königsdorf, Berliner Tagesspiegel, 2001

1993

Neuland jenseits der Romantik

Michael Gielen und Stefan Litwin in der Alten Oper

Geradezu sensationell war die Interpretation des c-moll Konzerts von Beethoven, bei Litwin kein umwölktes "romantisches" Virtuosenkonzert, sondern glasklare "Kammermusik mit Klavier". [..]

Der Begriff des Beethovenschen Solokonzerts ist zu überdenken - dazu gaben Litwin und Gielen exemplarischen Anlaß.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau, 1993

2003

Technische Brillanz

Die zweite Klaviersonate von Ives, "Concord, Mass. 1840-1860", Schlüsselwerk über das geistige Zentrum des neuenglischen Transzendentalismus, ist ein hyperkomplexes Stück, das eigentlich einen Mann mit zwei Gehirnen und drei Händen erfordert.

Stefan Litwin bewältigte das, als sei es das selbstverständlichste von der Welt: Technische Brillanz, musikalisches Verständnis, sicheres Konstruktionsgefühl und eine Art schauspielerische Wandlungskunst im oft abrupten Wechsel des heterogenen Material- und Stimmungslagen ergänzten einander ideal.

Entscheidend aber ist, mit welchem Ernst sich Litwin in die Ausdrucksdignität der einzelnen Charaktere versenkt. Litwin spielt nichts, was er nicht verstanden hat, und scheint in jedem Moment zu wissen, was er musikalisch "sagen" will.

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2003

2000

Überlegener Perfektionist

Stefan Litwin, der die gigantische Klaviersonate von Jean Barraqué exekutierte, erwies sich als überlegener Perfektionist. Ohne spürbare Beteiligung oder Mühe, dagegen mit unerbittlicher Präzision arbeitete er sich durch das anspruchsvolle Drei-Viertelstunden-Opus.

Albrecht Dümling, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2000